WENDUNG ….

Rainer Maria Rilke


Rudolf Kassner
„Der Weg von der
Innigkeit zur Größe
geht durch das
Opfer. „
                                   Rudolf  Kassner
Wendung
„Der Weg von der
Innigkeit zur Größe
geht durch das
Opfer. Kassner“
Lange errang ers
im Anschaun.
Sterne brachen
ins Knie
unter dem
ringenden Aufblick.
Oder er
anschaute knieend,
und seines
Instands Duft
machte ein
Göttliches müd,
daß es ihm
lächelte schlafend.
Türme schaute er
so,
daß sie
erschraken:
Wieder sie
bauend hinan, plötzlich, in Einem!
Aber wie oft,
die vom Tag
überladene
Landschaft
ruhete hin in
sein stilles Gewahren, abends.
Tiere traten
getrost
in den offenen
Blick, weidende,
und die
gefangenen Löwen
starrten hinein
wie in unbegreifliche Freiheit;
Vögel
durchflogen ihn grad,
den gemütigen;
Blumen
wiederschauten
in ihn
groß wie in
Kinder.
Und das Gerücht,
daß ein Schauender sei,
rührte die
minder,
fraglicher
Sichtbaren,
rührte die
Frauen.
Schauend wie
lang?
Seit wie lange
schon innig entbehrend,
flehend im
Grunde des Blicks?
Wenn er, ein
Wartender, saß in der Fremde; des Gasthofs
zerstreutes
abgewendetes Zimmer
mürrisch um
sich, und im vermiedenen Spiegel
wieder das
Zimmer
und später vom
quälenden Bett aus
wieder:
Da beriets in
der Luft,
unfaßbar beriet
es
über sein
fühlbares Herz,
über sein durch
den schmerzhaft verschütteten Körper
dennoch
fühlbares Herz
beriet es und
richtete:
Daß er der Liebe
nicht habe.
(Und verwehrte
ihm weitere Weihen.)
Denn des
Anschauns, siehe, ist eine Grenze,
und die
geschautere Welt
will in der
Liebe gedeihn.
Werk des
Gesichts ist getan,
tue nun Herzwerk
an den Bildern
in dir, jenen gefangenen; denn du
überwältigtest
sie; aber nun kennst du sie nicht.
Siehe, innerer
Mann, dein inneres Mädchen,
dieses errungene
aus
tausend Naturen,
dieses
erst nur
errungene, nie
noch geliebte
Geschöpf.
Rainer Maria Rilke
Aus: Nachlass,
Vollendetes
ZU RUDOLF KASSNER :
Rudolf Kassner in Muzot
1873

Rudolf Kassner 
* 11. September 1873 in Groß-Pawlowitz, Mähren, 
† 1. April 1959 in Sierre, Kanton Wallis, 
war einösterreichischer Schriftsteller, Essayist, Übersetzer und Kulturphilosoph.


Kassner übersetzte außerdem Werke von Platon, Aristoteles, André Gide, Gogol, Tolstoi, Dostojewski, Puschkin, John Henry Newman und Laurence Sterne.

Der Rilke Freund Rudolf Kassner lebte zeitweise in Sierre und ist dort begraben.


Mehr zu Rudolf Kassner  – Link

Rudolf Kassner In der NDB: 
Dietmar Kamper: Kassner, Rudolf. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 320 f. (Digitalisat)



Von Rudolf Kassner, 
in einem Artikel aus der Zeit-de -Zeit Online,lesen wir:
Rainer Maria Rilke wie ich ihn sah ….

und ebenfalls in der Zeitschrift -Zeit Online:
Rudolf Kassner heute – Schweres Gepäck ….

Bei lirikrilke.de
„Rudolf Kassner“ – 1873-1939, ein bekannter Kulturphilosoph und Freund Rilkes. 
Seine Bücher haben auf Rilkes Auffassungen großen Einfluss ausgeübt.
Kassner hat z.B. die Meinung vertreten, dass der moderne Künstler ein Mystiker sein solle. Siehe dazu das Kassner-Zitat am Ende dieser Anmerkungen.
„das Offene“ – Ein zentraler Begriff im Spätwerk Rilkes. 
….
Weiter lesen bei lyrikrilke-de

Einige meiner Posts zu Rilke und Rudolf Kassner:


Rilkes weiße Gamaschen….

Überfließender Himmel

Rilke über moderne Malerei – Paul Klee….

Begegnungen – Rainer Maria Rilke – Ernst Toller

CHRISTUS Elf Visionen. – Einige Erklärungen.



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„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Betrifft
Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria
Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,

sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.
RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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