Sonett

Rainer Maria Rilke


Rainer Maria Rilke, im Garten von Muzot ca. 1924

Sonett
O das Neue,
Freunde, ist nicht dies,
daß Maschinen
uns die Hand verdrängen.
Laßt euch nicht
beirrn von Übergängen,
bald wird
schweigen, wer das ‚Neue‘ pries
denn das Ganze
ist unendlich neuer,
als ein Kabel
und ein hohes Haus.
Seht, die Sterne
sind ein altes Feuer,
und die neuern
Feuer löschen aus.
Glaubt nicht,
daß die längsten Transmissionen
schon des
Künftigen Räder drehn.
Denn Äonen reden
mit Äonen.
Mehr, als wir
erfuhren, ist geschehn.
Und die Zukunft
faßt das Allerfernste
rein in eins mit
unserm innern Ernste.

Aus dem Umkreis
der Sonette an Orpheus
Rainer Maria Rilke

Nachlass – Vollendetes

„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Betrifft
Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria
Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,

sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.
RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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