An die Musik

Rainer Maria Rilke


Gustav Klimt, Musik. 1895
An die Musik
Musik: Atem der
Statuen, vielleicht:
Stille der
Bilder. Du Sprache, wo Sprachen
enden, du Zeit,
die senkrecht
steht auf der Richtung vergehender Herzen.
Gefühle zu wem?
O du, der Gefühle
Wandlung in was?
-: In hörbare Landschaft.
Du Fremde:
Musik. Du uns entwachsener
Herzraum.
Innigstes unser, das, uns übersteigend,
hinausdrängt -,
heiliger
Abschied:
Da uns das Innre
umsteht
als geübteste
Ferne, als andre
Seite der Luft,
rein,
riesig,
nicht mehr
bewohnbar.


Rainer Maria Rilke 
Aus: Nachlass,
Vollendetes
„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Betrifft
Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria
Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,

sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.
RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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