Symbolismus

Sybolismus in der Kunst:

Der Symbolismus bezeichnet eine Kunstströmung der Malerei und Bildhauerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts, seine Hochphase fällt in die Zeit zwischen ca. 1880 und 1910.

Einen entscheidenden Impuls lieferte das „Symbolistische Manifest“ des französischen Dichters Jean Moréas im Jahre 1886.
Ein Kernsatz dieses Manifests lautete:
»Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen«.

Von Frankreich ausgehend breitete sich der Symbolismus über ganz Europa aus, nachdem er erstmals 1889 bei der Weltausstellung in Paris einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht worden war.
In der vorausgegangenen Epoche des Realismus (Hauptvertreter: Gustave Courbet) vermissten viele Künstler die seelische Tiefe, die ein Kunstwerk ausdrücken müsse.
Der Symbolismus wandte sich sowohl gegen die niedere Detailtreue des Naturalismus als auch gegen die verklärte Schwärmerei der Romantik. Er sieht die Welt und deren Aspekte nur als Symbole einer tieferen Wirklichkeit, und die Kunst als Mittlerin zwischen diesen Ebenen (siehe auch „Tief unten“ von Joris-Karl Huysmans).
Als Spielweise des Symbolismus wird die Décadence gesehen, die versuchte, Verfall und Untergang einer Epoche künstlerisch zu begleiten und ihr Heil in überspitzter Sinneslust zu finden.

Der Symbolismus weist zahlreiche Parallelen zum Jugendstil auf.
Beide gelten zusammen als Bindeglied zwischen dem vorangegangenen
Impressionismus und dem nachfolgenden Expressionismus. Außerdem werden Symbolisten auch als Vorläufer der Surrealisten bezeichnet.

Hauptvertreter des belgischen Symbolismus hebe ich Fernand Khnopff
hervor.

w-Fernand_Khnopff-Die Kunst oder Die Liebkosungen, 1896

Fernand Khnopff, Die Kunst oder die Liebkosung 1896

Fernand Khnopff

w-Fernand Khnopff, im Studio

Fernand Khnopff im Studio

Fernand-Edmond-Jean-Marie Khnopff
* 12. September 1858 in Grembergen bei Dendermonde, Flandern,
† 12. November 1921 in Brüssel, war ein belgischer Maler, Grafiker, Bildhauer, Fotograf und Kunstschriftsteller.
Er gilt neben James Ensor als Hauptvertreter des belgischen Symbolismus.

James Ensor

J. S. Ensor 1907

James Sidney Ensor
* 13. April 1860 in Ostende;
† 19. November 1949 Ostende, war ein belgischer Maler und Zeichner, der neben Gemälden auch eine Vielzahl von Radierungen und Kaltnadelarbeiten schuf. Ensor ist dem Symbolismus zuzuordnen und wird auch als Vorläufer des Expressionismus angesehen. Bekannt wurde er aber als der „Maler der Masken“.

Werke von Fernand Khnopff.

 

Marguerite Khnopff, by Fernand Khnopff

Marguerite Khnopff  1887

Fernand_Khnopff_Acrasia_Fairy_Queen_1897

Fernand Khnopff, Acrasia – Fairy Queen 1897

Literarischer Symbolismus- Symbolismus Literatur.

Wie schon bezeichnet, der Symbolismus ist eine im späten 19. Jahrhundert in Frankreich entstandene literarische Richtung, die im Gegensatz zum Realismus und Naturalismus durch idealistische Züge gekennzeichnet ist, sich gegen den Positivismus richtet und neue Entfaltungsmöglichkeiten anstrebt.

Deutscher Symbolismus
Auch in Deutschland hatten die Symbolisten Nachahmer gefunden.
Die wichtigsten Vertreter des Symbolismus in Deutschland sind
Karl Gustav VollmoellerStefan George und Richard Dehmel, in Österreich Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke.

Rilke im Garten von Muzot, ca.1924

Rilke im Garten von Muzot 1924

Auch eine Traumdichtung, wie Hanneles Himmelfahrt von Gerhart Hauptmann, und die späten Werke von Karl May knüpfen an die symbolistischen Bestrebungen an.
Karl Gustav Vollmoeller, ein Stuttgarter,
galt den Zeitgenossen als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Symbolismus.

Karl_Gustav_Vollmoeller

Karl Gustav Vollmoeller

Karl Vollmoeller,
eigentlich Karl Gustav Vollmöller,
* 7. Mai 1878 in Stuttgart,
† 18. Oktober 1948 in Los Angeles, war ein deutscher Archäologe, Philologe, Lyriker, Dramatiker, Schriftsteller, Drehbuchautor, Übersetzer, Pionier des Automobilbaus, Flugzeugkonstrukteur, Pionier des Stumm- und Tonfilms, Unternehmer und Reformer des deutschen, europäischen und amerikanischen Theaters und zeitweise Politiker wider Willen.

Edward Jaime schrieb:
„Seine Dramen sind fast die einzigen Beispiele symbolistischen Theaters in Deutschland geblieben. Stefan George hat Vollmoellers Szenenaufbau sehr gelobt.“ Gemeint mit Vollmoellers Dramen sind die Werke
Catherina – Gräfin von Armagnac,
Giulia – Die Amerikanerin, Assüs, Fitne und Sumurud sowie Der deutsche Graf.

Ein deutscher Spätsymbolist ist der Dramatiker und Lyriker Kurt Zotz.

[Quellen Artikel aus der Wikipedia
Eine Bildergalerie von Fernand Khnopff ist gerade in Arbeit.]

Rilkes Gedicht – Der Panther – Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris –
mag als Beispiel dienen. Kleine Interpretation
Die Symbole in diesem symbolistischen Gedicht sind offensichtlich:

der Gitterkäfig, in dem der Panther eingesperrt ist,
Symbol für Gefangenschaft und das Verhalten des Panthers,
dessen kraftvolle Natur auf den „allerkleinsten Kreis“ eingegrenzt wurde, dessen „großer Wille“ betäubt ist, der also seine Natur nicht ausleben kann, als Symbol für entfremdetes Leben.
Soviel und kurz zum Symbolismus in Kunst und Literatur.

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