Max Winter

Sozialreformer, Journalist

„Sein Wort sprach für Freiheit und Recht.
Seine Feder diente den Verkannten und Enterbten.
Sein Herz aber schlug für die Kinder.“   …. Nachruf auf  Max Winter

1895-1930 bei der „Arbeiterzeitung“, schuf kritische Sozialreportagen und Berichte aus dem Proletarierleben Wiens. 1911-1918 sozialdemokratischer Abgeordneter zum Reichsrat, 1919 Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Gemeinderats sowie Vizebürgermeister.
Er förderte und unterstützte die „Kinderfreunde“. Mit seiner Aktion „Mühlstein“ konnte er 1925 in ganz Österreich Kinderbibliotheken errichten. 1930 Niederlegung aller Funktionen; 1934 Flucht nach Amerika, wo er sich weiter für die Rechte der Arbeiter und der Kinder einsetzte.

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Max Winter, 1902

Max Winter

* 9. 1. 1870, Tárnok (Ungarn)
† 11. 7. 1937, Hollywood (USA, begraben in Wien.)

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Max Winter Portrait

Er gilt als der Schöpfer der Sozialreportage im deutschsprachigen Raum. Sein Werk zeichnet sich durch eine beachtliche Vielfalt an Genres aus. Neben realitätstreuen und detailreichen Reportagen nach dem Motto „Aufklärung und Aufdeckung“ schrieb er Gedichte, Märchen, Bühnenstücke und auch einen Roman. (Die lebende Mumie)

Sein Wirken wurde nach seiner Flucht vor den politischen Turbulenzen im Österreich zu Beginn der 1930er-Jahre rasch vergessen. Erst in den 1980er-Jahren wurde er als Pionier und Meister der Sozialreportage wiederentdeckt und wird seither in Lehrbüchern als Vorbild präsentiert. Seine Sozialreportagen hatten das Genre sowohl thematisch als auch methodisch und formal entscheidend weiterentwickelt. Historiker erkennen in seinen Sozialreportagen Vorläufer der modernen Alltagsgeschichtsforschung. Retrospektiv wird er jedoch auch mit dem Investigativ-Journalisten Günter Wallraff verglichen, da dieser ebenso Missstände in Unternehmen öffentlichkeitswirksam aufdeckte so Wikiwand.

1929 verfasste er seinen einzigen Roman:
Die lebende Mumie.
Das Buch, das 1929 in Berlin veröffentlicht wurde, handelte von einem Mann, der 1925 in einen Tiefschlaf verfällt und erst 100 Jahre später wieder aufwacht – in einer Welt ohne Hunger, Not und Unterdrückung. Bemerkenswert sind auch weitere Details, die er für die Zukunft ausmalt: ein „vereintes Europa“ und „Fernsehapparate in den Wohnzimmern“.

Zum Buch – Die Lebende Mumie – online lesen bei Literature.at ….

Einiges von Max Winter – max-winter-org

Wien von Unter – Deutschlandfunk
[Reportagen von Max Winter wiederveröffentlicht]

Das rote Wien [ Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie ]

Max Winter-org

Journalistenkolleg.de – Max Winter

 

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