DIE FRUCHT

Rainer Maria Rilke


Die Frucht
Das stieg zu ihr
aus Erde, stieg und stieg,
und war
verschwiegen in dem stillen Stamme
und wurde in der
klaren Blüte Flamme,
bis es sich
wiederum verschwieg.
Und fruchtete
durch eines Sommers Länge
in dem bei Nacht
und Tag bemühten Baum,
und kannte sich
als kommendes Gedränge
wider den
teilnahmsvollen Raum.
Und wenn es
jetzt im rundenden Ovale
mit seiner
vollgewordnen Ruhe prunkt,
stürzt es,
verzichtend, innen in der Schale
zurück in seinen
Mittelpunkt.
Die Frucht.
Ende Januar 1924
in Muzot entstanden,
Bleibt
ungedruckt aber 1925 in die Handschriftliche Sammlung:
„Aus Taschen – Büchern und Merk Blättern“ aufgenommen
Aus: Nachlass,
Vollendetes


Chateau Muzot
„Ich kann mir
kein seligeres Wissen denken,
als dieses Eine:
dass man ein Beginner werden muss.
Einer, der das
erste Wort schreibt
hinter einen
jahrhundertelangen Gedankenstrich.“
Rainer Maria
Rilke
[4. Dezember
1875 – 29. Dezember 1926]
war, im Bereich
der deutschen Sprache,
einer der
bekanntesten und wichtigsten Lyriker.

Rilkes Muzot:


„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Betrifft
Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria
Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,

sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.
RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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