Vergänglichkeit

Rainer Maria Rilke


James Abbot Whistler, Notturno in black and gold.
Vergänglichkeit
Flugsand der
Stunden. Leise fortwährende Schwindung
auch noch des
glücklich gesegneten Baus.
Leben weht
immer. Schon ragen ohne Verbindung
die nicht mehr
tragenden Säulen heraus.
Aber Verfall:
Ist er trauriger als der Fontäne
Rückkehr zum
Spiegel, den sie mit Schimmer bestaubt?
Halten wir uns
dem Wandel zwischen die Zähne,
daß er uns
völlig begreift in sein schauendes Haupt. 

Rainer Maria Rilke

Aus
unbeschreiblicher Verwandlung stammen

solche Gebilde
-: Fühl! Und glaub!
Wir leidens oft:
Zu Asche werden Flammen;

doch, in der
Kunst: Zur Flamme wird der Staub.
 


Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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