Überfließende Himmel verschwendeter Sterne

Rainer Maria Rilke


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Überfließende Himmel verschwendeter Sterne
Überfließende
Himmel verschwendeter Sterne
prachten
über der Kümmernis. Statt in die Kissen,
weine
hinauf. Hier, an dem weinenden schon,
an
dem endenden Antlitz,
um
sich greifend, beginnt der hin-
reißende
Weltraum. Wer unterbricht,
wenn
du dort hin drängst,
die
Strömung? Keiner. Es sei denn,
dass
du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung
jener
Gestirne nach dir. Atme.
Atme
das Dunkel der Erde und wieder
aufschau!
Wieder.       Leicht und gesichtslos
lehnt
sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste
nachtenthaltne
Gesicht giebt dem deinigen Raum.
Rainer
Maria Rilke, 
April 1913, Paris

 

 

Aus: Nachlass,
Vollendetes Gedichte an die Nacht

 
„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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