Vollmond ….

Rainer Maria Rilke


Hans am Ende, Landschaft im Mondschein ca. 1900

Mondnacht




Süddeutsche Nacht, ganz breit im reifen Monde,
und mild wie aller Märchen Wiederkehr.
Vom Turme fallen viele Stunden schwer
in ihre Tiefen nieder wie ins Meer, –
und dann ein Rauschen und ein Ruf der Ronde,
und eine Weile bleibt das Schweigen leer;
und eine Geige dann (Gott weiß woher)
erwacht und sagt ganz langsam:
Eine Blonde…

Rainer Maria Rilke
Vergiss
Vergiß, vergiß und laß uns jetzt nur dies 
erleben, wie die Sterne durch geklärten 
Nachthimmel dringen; wie der Mond die Gärten 
voll übersteigt. Wir fühlten längst schon, wies 
spiegelnder wird im Dunkeln; wie ein Schein 
entsteht, ein weißer Schatten in dem Glanz 
der Dunkelheit. Nun aber laß uns ganz 
hinübertreten in die Welt hinein 
die monden ist –

Rainer Maria Rilke

Karl Friedrich Schinkel , Nacht, eingewickelt in ein Tuch vor dem Golf von Capri.

Der Vollmond ist am:
Sonntag ☻ 24.
Januar 2016 ☻ 02:45:48 Uhr

Mitteleuropäische
Zeit (MEZ)




„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“
 


Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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