Ich habe Hymnen, die ich schweige

Rainer Maria Rilke


Ich habe Hymnen,
die ich schweige
Ich habe Hymnen,
die ich schweige.
Es giebt ein
Aufgerichtet sein,
darin ich meine
Sinne neige:
du siebst mich
groß und ich bin klein.
Du kannst mich
dunkel unterscheiden
von jenen
Dingen, welche knien;
sie sind wie
Herden und sie weiden,
ich bin der Hirt
am Hang der Heiden,
vor welchem sie
zu Abend ziehn.
Dann komm ich
hinter ihnen her
und höre dumpf
die dunklen Brücken,
und in dem Rauch
von ihren Rücken
verbirgt sich
meine Wiederkehr.
Rainer Maria
Rilke

29.9.1899,
Berlin-Schmargendorf
„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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