Das ewig ungeduldige Herz ….

Semsakrebsler



Maximilian Albert Dauthendey

Das ewig ungeduldige Herz
ist längst vor jeder Blüte
wach.
Noch ist
kein Blatt am Baum,
Noch keine
weiße Blüte hingestellt,
Kein Halm
sein Spiel im Wind noch hat.
Gelb, wie
ein irdener Krug, liegt jeder Acker in dem Raum.
Die Lerche
aber steigt und fällt,
Ein
kleiner Fink im Schlehdorn geigt,
Und eine
Amsel in dem finstern kahlen Baum
Aufschluchzend
Zwiesprach mit der Leere hält.
Das ewig
ungeduldige Herz ist längst vor jeder Blüte wach,
Erzählt
und ruft den Abendnebeln nach,

Und seine
Sehnsucht laut der Liebe Nest aus nichts aufbaut.


Max Dauthendey



Rainer Maria Rilke über Max Dauthendey:

Er war einer
unserer sinnlichsten Dichter, in einem fast östlichen Begriffe: seine
Sinnlichkeit trat, ohne zu fragen, weit in den Geist hinein und erschien an
Stellen, die man für die abstraktesten halten mochte, in dem ganzen Temperament
ihrer warm­blühenden Natur. In der deutschen Literatur weiß ich nicht ein
ähnliches Zusammentreffen.

Rainer Maria
Rilke




MAX DAUTHENDEY
1867 – 1918




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