Zeitleiste : Rainer Maria Rilke und Wanda Landowska….

Rainer Maria Rilke


Fortsetzung – Sonntag mit Rilke | Wanda Landowska – meine Zeitleiste.

Wanda Landowska & Rainer Maria Rilke
Wanda Landowska und Rainer Maria Rilke.
Emil Orlik : WANDA LANDOWSKA & RAINER MARIA RILKE
Meine Zeitleiste
: Rainer Maria Rilke und Wanda Landowska.
Rilke, Rainer
Maria, hier kurz Rilke genannt und die „Hohepriesterin des Cembalos“
Wanda Landowska.
München 1917
24· JANUAR 1917
Rilke fragt
Marianne Mitford*:
„Kennen Sie
Mme Wanda Landowska, die große Künstlerin?
– sie hat hier
gespielt – pour vous seul – wie sie mir an ihrem zweiten Abend sagte,
das
war eine von den unvermuthlichen und dann
plötzlich ganz aufgeblühten Freuden.
Ich hoffe, Sie kennen sie, denn ihre alte
Musik, so wie sie sie giebt,
muß in Berlin
zum schönsten tröstlichsten Gegentheil gehören.“
[* Marianne Mitford ]
Bern 1917
22. OKTOBER 1917
An Sidie
Nädherny*
 schreibt Rilke:
“ … eine gute Fügung hat mich in den letzten Tagen auch mit GerhartHauptmann mehr zusammengebracht, die Generalprobe seiner Winterballade, war der erste äußere Anlaß,
aus dem sich dann wieder
innere Anlässe zu mancher gemeinsamen Stunde 
entwickelt
haben.


Auch etwas
vortreffliche Musik ist mir dann und wann vergönnt durch meine Bekanntschaft

mit Wanda Landowska, der großen
Clavecinspielerin*, mit der und deren Umgebung mir auch etwas von meiner
sonstigen 
früheren Welt
mitten in Berlin vorgezaubert ist.
[* Cembalo ] [ *Sidie Nädherny ~  Sidonie Nádherná von Borutín ]


Sidonie Nádherná ca.1917
Basel-Bern 1919
14. NOVEMBER
Nach seiner
Lesung in Basel, veranstaltet von der Vereinigung „Quodlibet„, lernt
Rilke im Ritterhof die Familien Burckhardt-Schazmann und von der Mühll kennen.
Eingeführt wird
er hier durch Fräulein Emmy von Egidy, die dort zu Gast ist.
Zwei
Besprechungen würdigen Rilkes Vorlesung in Basel:
Dr. E. F. Knuchel schreibt in
den Basler Nachrichten, Nr. 493 vom 16.11.19 und

Dr. Walther Lohmeyer in der National-Zeitung vom selben Tag (Nr. 518).
In einer
ersten Reihe hat 
Rilke
Herbstgedichte gelesen und mit dem „Lied des Bettlers“ aus den
„Stimmen“ – geschlossen.
In der zweiten Reihe erzählt er von seiner Freundschaft mit Rodin, von einem
nächtlichen Erlebnis vor dem Sphinx von Gizeh, liest dann den
„Panther“, „Das Karussell“,
„Schlangenbeschwörung“ und am Schluß wieder jeweils die französischen
und italienischen
Originale, denen
er seine Übertragungen folgen läßt.
In das
Erinnerungsbuch der Vereinigung „Quodlibet“ trägt Rilke die Strophe
ein:
„Die Freude, tief Erfahrenes zu‘ bringen … “
Niklaus undFrancisca Stoecklin und ein paar junge Künstler geben Rilke ein kleines Fest in
Stoecklins Atelier; ferner wird
Rilke im Hause von Frau Fanette Clavel bekannt und sieht die berühmte
Cembalistin Wanda Landowska wieder, 
die er
„zerstört durch den Tod ihres Mannes“ findet (so schreibt Rilke an
Frau Auguste „Gudi“ Nölke, 21.12.1919).
1920 Basel
5. JUNI
Rilke
beantwortet in Basel einen Brief Frau Wunderlys aus Prag, spricht über Prag und
fährt fort: „inzwischen
war ich immerzu unterwegs zur Stadt:
Hofrnannsthal, die Landowska die nun in
Händels -Saul. vorgestern und gestern im
-*Münster-
gespielt hat, heute ein Cembalo-Konzert spielt und bis morgen Abend in
Basel
bleibt … “ [ Nanny Wunderly  | Rilke Briefe an Nanny wunderly ]; [* Basler-Münster ]

Nanny Wunderly
1920 Sierre
-Sion- Genf
14· OKTOBER
Auch an Frau Nanny Wunderly geht eine Schilderung der Tage im Valais.
Zur Pariser
Reise heißt es, Rilkes Paß sei bei der tschechoslowakischen Gesandtschaft in
Bern.
Wanda Landowska
hat aus Paris telegraphiert – „ma chambre au Foyot sera reservee pour le
quinze: cela m’a fait tout de merne une
forte et emouvarite impression, cette premiere reponse de lä-bas. Je viens de
repondre que je n’y serai que 
pour le vingt
… “ –
Bei der es um eine Zimmer Reservierung im Hotel Foyot Paris geht.





Hotel Fopyot Paris
Hotel Restaurant Foyot 33
Rue de Tournon Paris.
22. OKTOBER:
Abreise aus Basel nach Paris.
VOM 23. BIS 30.
OKTOBER: Paris, Hotel Foyot.

Hotel Foyot Paris
24. OKTOBER
Rilke schreibt
sofort an André Gide*, sucht ihn jedoch nicht auf:
Dank für die „Symphonie
pastorale“, die Gide ihm mit „une bonne et sincere dedicace“
nach Basel gesandt hat:

„quelle sanction inattendue de mon projet que cette ligne tracee de votre
main qui me permettait de compter sur vos souvenirs. Quant aux miens, cher Gide, vous les trouverez toujours intacts et vivants …
„[* André Gide ]



André Gide 1920


Unter den
Arkaden des Odeon kauft Rilke ein Notizbuch, in das er nur die Worte einträgt:
„ici commence I’indicible“. Was so viel wie
Hier beginnd die Unsägliche bedeuten kann.
1920 Paris
Rilke
beginnt wieder französisch zu denken. Seine Habe, soweit erhalten, ist noch
nicht freigegeben, was die Mutter Wanda Landowskas für ihn in Erfahrung gebracht hat, dazu kommt
es erst 1923. 

Bei Wanda Landowska trifft Rilke mit dem Schriftsteller Paul Reboux und der
Duchesse de Clermont-Tonnerre* zusammen. (30.10.1920) 


Paul Reboux



Elisabeth de Gramont 1889 
Siehe: Duchesse de Clermont-Tonnerre*
Etoy 1921
16. MAI
Rilke erzählt
Frau Wunderly von seiner neuen Umgebung und sagt:
„diese
Verwandlungen: immer ists wie ein Jenseits, in das man geräth … “ Dann
Nachrichten:
Eve
Landowska
(die Mutter) schrieb: de mes ‚pauvres caissesqs- diese schlechten
unerledigten Dinge, sie hätten die ganze Zeit offen gestanden! Ich bitte nun Wanda Landowska,
nichts zu schicken, denn wo erreichts mich?
Und dafür reicht meine Kraft nicht aus, mich mit den Dingen einzulassen, die in
diesen zwei offenen Kisten überdauert haben -, sondern lege ihr nahe, die Kisten bei sich einzustellen.
1925 Paris
28 März
Rilke bittet
Frau Wunderly um Verzeihung für ’sein langes Schweigen.
„Ich bin manchmal nahe am Nachhausefahren, Muzot, der schon erwachte
Garten, mein Zimmer endlich wieder, die Bücher, die ich dorthin
mitbringen werde … „


Rilke. fährt
fort: „Ich sehe immer noch neue Menschen, es ist lebhaft und sehr
natürlich, sie zu sehen, oft ist das Gefühl, daß es so kommen
mußte, vollkommen, wie gestern bei Giraudoux.


Rilke ist
dankbar, für seine vielen Verabredungen nun häufiger ein Taxi benutzen zu
können:
„welche
Erleichterung! Außerdem sah ich mich instand gesetzt, die Leute, denen ich am
meisten verpflichtet war, bei mir im Foyot zum Dejeuner zu
haben: einmal M. und Mme Jaloux, ein anderes Mal die Doppelperson Fabre-Luce =Jacques Sindral u.s.w …. “ –
„Mein
-Commerce+Honorar ist ganz wieder vom -Commerce- eingeschlungen worden, denn da
alle Welt meine Gedichte lesen wollte und fast niemand
Commerce besitzt, mußte ich … an die 30 Exemplare verschenken.“ 
Rilke fährt
fort: „Das Buch der Duchesse de Clermont-Tonnerre über Montesquiou und
Proust ist eben erschienen: ich schicks
Ihnen dieser Tage.
Und der neue, mir zugeeignete Kassner ist da: Die
Verwandlung. Ich bin sehr stolz … „
Rilke schließt:
„Vielleicht kann ich noch die Rückkehr von Wanda Landowska aus Amerika
abwarten: sie würde mich
entschädigen“ dafür daß Rilke n dieser Zeit kaum Musik hören kann.
Damit enden die
Begegnungen Rilke -Landowska in der Chronik und meine Zeitleiste.
Allerdings gib
es noch einige andere Zeitquellen, die jedoch hier nicht erwähnt werden.
„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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