Regenbogen

Rainer Maria Rilke



Joseph Mallord William Turner, Regenbogen über Heidelberg
Regenbogen
Aus geducktem
Wetterunterstand
in die freien
Klärungen zu dringen:
Land war klar
wie klare Flüssigkeit;
jeder Hof fing
an, sich zu besingen,
so als wäre
größtestes Vollbringen
heimlich in
geringen Dienst gereiht.
Und dann wandten
wir uns: siehe: vor
Regenprunk
verbrauchter Finsternisse
mit der Flutung
jener Himmelsrisse
hingebognes
Augentor.
Drunter klarer
noch das linke Land:
ernst, in einem
Vorgefühl von Abend,
mundhaft
schweigend, tief getrunken habend,
und mit starken
Blumen zugewandt.
Rainer Maria
Rilke
16.4.1914,
Chantilly
Gedichte 1906
bis 1926.
Aus: Sammlung der
verstreuten und nachgelassenen Gedichte 
aus den mittleren und späten Jahren.
„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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