Gedichte: Auswanderer-Schiff

Rainer Maria Rilke


Auswanderer-Schiff
Neapel 
Denk dass einer
heiß und glühend flüchte, 
und die Sieger
wären hinterher, 
und auf einmal
machte der 
Flüchtende kurz,
unerwartet, Kehr 
gegen Hunderte
-: so sehr 
warf sich das
Erglühende der Früchte 
immer wieder an
das blaue Meer: 
als das langsame
Orangen-Boot 
sie vorübertrug
bis an das große 
graue Schiff, zu
dem, von Stoß zu Stoße, 
andre Boote
Fische hoben, Brot, – 
während es, voll
Hohn, in seinem Schoße 
Kohlen aufnahm,
offen wie der Tod. 
Rainer Maria
Rilke
18.8.1907, Paris

Aus: Der neuen
Gedichte anderer Teil

A mon grand Ami
Auguste Rodin.
„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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