ROSENMOND ….

Rainer Maria Rilke



Rosenmond, Monat Juni, der 6. des Jahres, wird deshalb so bezeichnet da die Rosenblüte
im Juni ihren Höhepunkt erreicht. In „Gärtnerkreisen“ sprach man früher deshalb vom Juni als dem Rosenmond. Der Juni hatte allerdings früher auch noch andere Bezeichnungen.
Noch eines ist in diesem Monat, die Sommersonnenwende.
Rosen, ja das passt zu Rainer Maria Rilke, nicht zuletzt wegen seines von ihm selbst gewählten Grabspruchs, die Rose ist ein Symbol der Veränderung mit der Blüte
als gewordene und Knospe als werdendem Sein
. Sie versteckt ihren Innenraum und
entfaltet ihre Schönheit langsam sich öffnend nach 
außen. Die
Dornen machen ihre Schönheit 
zugleich leid
voll und „Veränderung“ passt eben auch zum Monat Juni, schon wegen der Sommersonnenwende.



Nun zu Rilkes Rosengedichten.
Rosengedichte, keine Blumengedichte wie man vielleicht erwarten würde sonder Gedichte in denen die Rose erwähnt wird oder eine Bedeutung hat.

Ferdinand Hodler

Genfer See mit dem Mont Blanc im Morgenlicht.



Nenn ich dich Aufgang oder Untergang
Nenn
ich dich Aufgang oder Untergang?
Denn
manchmal bin ich vor dem Morgen bang
und
greife scheu nach seiner Rosen Röte –
und
ahne eine Angst in seiner Flöte
vor
Tagen, welche liedlos sind und lang.
Aber
die Abende sind mild und mein,
von
meinem Schauen sind sie still beschienen;
in
meinem Armen schlafen Wälder ein, –
und
ich bin selbst das Klingen über ihnen,
und
mit dem Dunkel in den Violinen
verwandt
durch all mein Dunkelsein.

Rainer
Maria Rilke, 2.2.1898, Berlin
Aus: Mir zur Feier 1900
„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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