Alles noch nie Gesagte ….

Rainer Maria Rilke


Alles noch nie Gesagte
Ich
glaube an Alles noch nie Gesagte. 
Ich
will meine frömmsten Gefühle befrein. 
Was
noch keiner zu wollen wagte, 
wird
mir einmal unwillkürlich sein. 
Ist
das vermessen, mein Gott, vergieb. 
Aber
ich will dir damit nur sagen: 
Meine
beste Kraft soll sein wie ein Trieb, 
so
ohne Zürnen und ohne Zagen; 
so
haben dich ja die Kinder lieb. 
Mit
diesem Hinfluten, mit diesem Münden 
in
breiten Armen ins offene Meer, 
mit
dieser wachsenden Wiederkehr 
will
ich dich bekennen, will ich dich verkünden 
wie
keiner vorher. 
Und
ist das Hoffahrt, so lass mich hoffährtig sein 
für
mein Gebet, 
das
so ernst und allein 
vor
deiner wolkigen Stirne steht. 
Rainer
Maria Rilke
22.9.1899,
Berlin-Schmargendorf

Aus: Das Stundenbuch – Gelegt
in die Hände von Lou 

Das Buch vom mönchischen Leben.


Rilke Zitate:
Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu
halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigt’s nicht:
wo ist ein Bleiben, wo
ein endlich Sein in alledem?
„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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