Schon bricht das Glück ….

Rainer Maria Rilke


Schon bricht das Glück, verhalten viel zu lang,
höher hervor und überfüllt die Wiese;
der Sommer fühlt schon, der sich streckt, der Riese,
im alten Nußbaum seiner Jugend Drang.


Die leichten Blüten waren bald verstreut,
Das ernstre Grün tritt handelnd in die Bäume,
und, rund um sie, wie wölbten sie die Räume,
und wieviel morgen war von heut zu heut.


Im Mai 1924


Aus: Gedichte, Nachlaß, Vollendetes.


Rilke Zitat:

Nur in der Freude geht noch die Schöpfung vor
sich.
Das Glück dagegen ist nur eine versprechliche und deutsame
Konstellation
schon vorhandener Dinge,
die Freude aber ist eine wunderbare Vermehrung des
schon Bestehenden,
ein
purer Zuwachs aus dem Nichts heraus.

„Vergessen
Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit!“ 

Editorische Notiz : Betrifft Rechtschreibung: 

Die Texte von Rainer Maria Rilke
werden nicht im Format der neuen deutschen Rechtschreibung wiedergegeben,
sondern im Originalformat von Rainer Maria Rilke.

Dieser Blog folgt dem Originaltext.

RAINER MARIA RILKE . 1875 – 1926

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